
10. August 2007. Endlich wieder mal ein Sonnentag. Wie habe ich mich darüber gefreut. Der Weg hoch über dem See in Richtung Interlaken war sehr abwechslungsreich. Bis kurz vor Ringgenberg hatte ich stets eine tolle Sicht auf den blaugrünen See. Es war einfach ein Genuss bei solchem Wetter zu pilgern. In Interlaken schien es mir, als käme ich in eine andere Welt. Überall strömten Touristen umher. Teilweise schauten sie mich an, als käme ich von einem anderen Planeten. Wäre ich nicht gerade vor der grandiosen Kulisse der Alpenwelt gestanden, hätte ich mich eher im Nahen Osten gefühlt als mitten in der Schweiz. Verhüllte Musliminnen, Chinesen und Japaner...Die Eindrücke waren intensiv. Oder kam es mir nur so vor? Ich wollte nur noch kurz etwas Verpflegung einkaufen und dann schnellstens von diesem Flecken verschwinden. Das erste Mal spürte ich den Kontrast zwischen Pilgeralltag und dem hektischen Treiben der übrigen Welt. Wie konnte ich mich glücklich schätzen, Zeit zu haben und den Tag zu geniessen. Keine Termine, keine Verpflichtungen...nur ich und der Weg...Es war ein herrliches und dankbares Gefühl, das mir sehr gut tat.
Mein Weg führte mich weiter entlang eines Kanals zum Thunersee und dann weiter quer durch ein Naturschutzgebiet in Richtung Unterseen. Der See war randvoll und schwabbte manchmal auf den Weg. Dennoch kam ich gut voran und schon bald erreichte ich den Anstieg zu den Beatushöhlen. Die Wassermassen der letzten Tage strömten mit Getöse aus den Höhlen. Ein kurzer Halt für den Pilgerstempel, ein Foto und dann gleich weiter Thun entgegen.
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