Samstag, 18. August 2007

Lachen-Einsiedeln



Der 6. August 2007 stand ganz im Zeichen des Abschiednehmens. Endlich war der Zeitpunkt gekommen um aufzubrechen. Wie lange hatte ich auf diesen Moment gewartet! Und doch viel es mir unerwartet schwer. In meinem Kopf drehten sich hunderte Gedanken gleichzeitig. Was erwartet mich auf dem langen Weg? Halte ich auch durch? Macht mein Körper auch mit? All diese Fragen wurde plötzlich wieder gegenwärtig und schossen mir wild durcheinander im Kopf umher. Dennoch freute ich mich endlich lospilgern zu können. Die Neugierde und die Abenteuerlust überwogen dann doch und so begab ich mich gegen 9.30h auf meine erste Etappe über St. Johann - St. Meinrad nach Einsiedeln.
Petrus war mir heute noch wohlgesonnen und schenkte mir für die nächsten Tage einen letzten Sonnentag. Der Anstieg Richtung St. Meinrad ging flott voran. Und immer wieder hatte ich die Gelegenheit einen kurzen Blick zurück nach Lachen zu werfen bis ich dann wenig unterhalb von St. Meinrad die zwei Zwiebeltürme endgültig aus der Sicht verlor. Nun hiess es vorwärts schauen...Santiago entgegen!...
Kurz vor Einsiedeln traf ich dann auch schon auf die erste Pilgerin. Ina (42), aus Überlingen war auf dem Weg nach Schwyz und wollte vorerst in Einsiedeln eine Nacht im Kloster verbringen. Zusammen suchten wir dann die Klosterpforte auf und meldeten uns für die Pilgerunterkunft. Bald darauf bezogen wir auch schon ein 6-Bett-Zimmer mit Blick auf die Festtribühne des Welttheaters. Wenig später traf dann noch die 20-jährige Ursina aus Schöftland ein und teilte unsere einfache Pilgerunterkunft. Gleich erzählten sie mir von ihren ersten Tagen als Pilger, ihren Sorgen mit dem Gepäck und was sie so alles zurücklassen mussten. Ich hörte gespannt und sehr interessiert zu und musste schon bald feststellen, dass auch ich weniger Gewicht auf dem Rücken vertragen könnte...Aber was um Himmelswillen kann ich denn noch entbehren? Ich habe mich ja schon auf das ALLERNÖTIGSTE (was das auch immer heisst!!!) beschränkt...Kurzerhand durchwühlte ich meinen vollgestopften Rucksack nach entbehrlichen Kilos oder auch nur Gramms...Fündig würde ich NUR in den Reiseführern durch Frankreich und Spanien (zusammen bestimmt 500g) und einige Karten. Aber immerhin, jedes Gramm wird mir wohl mein Rücken danken... Mit diesen Utensilien ging ich dann zur Post und sandte sie postlagernd nach Genf...wenn das nur klappt!!!
Danach verbrachten wir zu dritt einen gemütlichen Abend im Kloster. Fürs leibliche Wohl gab es Älplermagronen, grünen Salat und zum Dessert Trauben.

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