Samstag, 1. September 2007

Genf-Chaumont

22. August 2007. Ein schöner Tag hat sich angekündigt. Bereits als ich meine Nase aus dem Fenster der Jugendherberge streckte, konnte ich in der Höhe zwischen den Häuserfassaden die ersten blauen Flecken erkennen...Gleich stieg ein Gefühl von Heiterkeit in mir hoch. Also, so schnell wie möglich aufbrechen!!! Um 8.30h brach ich dann vollgepackt auf und musste vorerst einmal quer durch die Altstadt hindurch. Ein kurzer Blick auf die Stadtkarte und bereits wusste ich wo ich mich hindurchwühlen wollte. Auf Anhieb fand ich dann wohl den kürzesten Weg nach Carouge. Und ohne noch einmal die Stadtkarte hervorzunehmen. Da war ich aber schon ein wenig stolz auf mich!!! In Carouge kaufte ich im Coop noch meine letzten Proviant ein und begab mich dann gegen 9.30h auf den markierten Pilgerweg Richtung Grenze. Der Tag blieb wunderschön und so viel es mir bedeutend leichter die Schweiz hinter mir zu lassen. Und zudem blieb mir die Stadt Genf fast den ganzen Tag über eine treue Begleiterin. Bis weit über die Grenze hinaus hatte ich stets einen wunderbaren Blick auf die Stadt und das Seebecken...inkl. dem grossen Springbrunnen. Der Weg führte praktisch den ganzen Tag leicht bergan. Gegen 14h traf ich dann auf dem Col du Mont Sion ein und konnte von hier nochmals einen letzten Blick zurückwerfen. Und dabei war mir fast zum heulen zumute. Jetzt hiess es endgültig Abschied nehmen und nach vorne sehen...Santiago entgegen!!! Flotten Schrittes ging ich voran. Wollte ich doch heute Abend Frangy erreichen. Der Weg war ausserordentlich gut markiert, sodass ich kaum auf meine neugekauften Karten schauen musste. Etwa 3km vor Frangy liessen meine Kräfte doch langsam nach und ich wäre am liebsten hingelegen und nicht mehr aufgestanden...Wie ein Geschenk vom Himmel tauchte dann vor Chaumont ein kleines Holzschild mit der Aufschrift "Gîte" auf. Sogleich folgte ich dem Schild und war ziemlich erleichtert, als ich nach etwa 500m auf eine einfache Unterkunft traf. Bereits hatten sich da Monique (aus Lausanne) und Patrick (aus Genf) eingerichtet - meine ersten Pilgerbekanntschaften ausserhalb der Schweiz. Zusammen verbrachten wir einen gemütlichen Abend und tauschten diverse Pilgererlebnisse aus! Alles in allem war es ein überaus toller erster Abend ausserhalb der Schweiz...was mir den Abschied von der Schweiz auch ziemlich erleichterte!!! Übrigens sagte mir Patrick, dass ich heute bestimmte 40km marschiert sei...dann sollte es mich wohl nicht wundern, dass ich meine Zunge fast am Boden nachziehe...

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